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Zuletzt geändert am 03.12.2010
Hier lesen Sie meine Reaktion auf den üblichen MaxNews-Streit, die aber in MaxNews veröffentlicht etwas blasser wirkte nach dem Motto: Gut gekürzt ist halb gewonnen. Aber im Gegensatz zu MaxNews haben wir keine Scheu, uns mit einer Internetseite zu Standpunkten zu bekennen. Zum Dauerstreit zwischen Debitisten und Gesellianern lesen Sie besser auf deren Seiten nach. Hier soll es um die wahren Konflikte in der Welt und deren Vertuschung gehen.
Es macht mich einfach nur traurig zu sehen, dass sich auch in MaxNews die kühnen Rebellen des Geldsystems so schön brav zwei total verstrittenen Lagern zuteilen lassen. Ich beobachte den Streit um des Teufels Großmutter nun schon eine Weile und muss sagen: Die Ähnlichkeiten zu anderen sehr seltsamen Wortgeplänkeln der Weltgeschichte sind kaum zu übersehen!
Da streitet sich die Christenheit seit fast zweitausend Jahren leidenschaftlich darüber, ob man als vorbildliche Monotheisten nun zwei gleichwertige Götter oder doch lieber einen mehr oder weniger haben darf und muss. Jede auch nur minimal vom eigenen Lager abweichende Formulierung schrie zeitweise geradezu nach Kreuzzug und Scheiterhaufen, der damals angesagten Variante des Antiterrorismus. Aber war und ist diese zur Haarspalterei geeignete Frage wirklich das Wesen eines von Jesus und vorausgehenden Propheten angestrebten Weltbildes der Nächstenliebe?
Manche (meist hauptamtliche) Christen bestehen ganz bescheiden und demütig auf dem Monopol des Wissens, wie zum Beispiel eine Gottesdienstveranstaltung abzulaufen hat. Da kommt bei den deshalb abgewerteten Ketzern regelmäßig viel Freude auf.
Oder man fachsimpelt multimedial über die gegenseitige kirchenrechtliche Anerkennung von Taufen, Ehen und Verwaltungsakten oder über die Zulässigkeit von gemeinsamen Abendmahlen mit Priestern der Konkurrenz. Auch wegen den vertretenen Ansichten zu Priesterweihen und zum Status des Papstes in der Christenheit kann man in den Augen mancher Christen rasch sein Seelenheil verspielen, was dann gern auch mit einem Verlust an Würde und Rechten (zum Beispiel bei der Eheschließung zweiter Sorte über die Konfessionsgrenzen hinweg) gleich hier auf Erden ergänzt wird. Sicher ist sicher! Mit anderen Worten: Was Du selber kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen bzw. verlass Dich ja nicht auf das Jüngste Gericht in so wichtigen Fragen!
Ihnen scheint dass nicht ganz aktuell oder für Sie relevant zu sein? Nehmen wir ein anderes Beispiel:
Seit sich Kapital nicht mehr so gut wie üblich verzinst, blühen unter den überforderten Schuldnern Theorien der Selbstbefreiung. Damit diese Neunmalklugen vereint aber nicht zu gefährlich werden, mühen sich in wirklich allen Strömungen, Foren und auch in MaxNews einige Leute um einen möglichst rauhen Ton, um ja keine Einigkeit wenigstens in Teilfragen aufkommen zu lassen. Da hauen Linke mit der Nazikeule nur so um sich, während die Rechten ihnen genetisch jede Glaubwürdigkeit pauschal abzusprechen versuchen. Anschließend ist eine Einigung auf gemeinsame Feindbilder natürlich ziemlich unwahrscheinlich, obwohl beide Seiten da durchaus Schnittmengen hätten.
Die Linke wettert:
gegen die Kapitalisten,
gegen Niedriglohn und
gegen staatliche Datensammelwut.
Wie zur Abgrenzung wettert die Rechte:
gegen den Kapitalismus,
gegen Billiglohnkonkurrenz aus den Ausland und
gegen die Missachtung der Meinungsfreiheit.
Welche der Wortpaare nun zueinander passen könnten, findet der Leser sicher schnell heraus.
Auch MaxNews bemüht sich in Form vieler Beiträge ständig, möglichst vielen Leidensgenossen und Mitstreitern auf die Füße zu treten. Als ob Debitisten und Gesellianer wirklich keine anderen Sorgen hätten, wird auf Worten herumgeritten, als ob davon jemandem geholfen wäre. Natürlich sind Zinsen ein klassisches Ausbeutungsmodell, welches ganze Weltwirtschaften immer wieder in ein Blutbad hineinreißt. Natürlich fallen am Ende einer Zinswirtschaftsrunde (großer Zyklus) immer die Zinsen in den Keller (gesättigte Märkte), so dass helle Köpfchen immer auf die Idee kommen, ihr Monopol in Geldangelegenheiten zur fast kostenlosen Erzeugung von Anrechtsscheinen auf unsere Leistung zu missbrauchen. Mit diesem frei erfundenen Konfetti pflegen sie die bis dahin im Zyklus angehäuften Werte aufzukaufen, wenn diese Werte gerade besonders billig zu haben sind. Und das sind unsere Immobilien, Erfindungen, Kommunalbetriebe, Fabriken und Arbeitsstunden gewöhnlich am Ende des Zyklus - in der Deflation.
Und wie schön sich die freche fraktionale Geldkreierung mit dem Trick der Zinsen zur effizienten Plünderung der Massen ergänzen, wird dem einen oder anderen auch schon einmal aufgefallen sein, nicht wahr? Falls nicht: Man kann das alles im kleinen Kreis eines Regionalgeldprojektes prima nachspielen. Das geht selbst in einem Theaterprojekt mit Rollenspielen. Auch ohne Wirtschaftsstudium kommen die Teilnehmer da auf die lustigsten Ideen, um sich aus dem Hamsterrad zu stehlen und anderen darin ein Plätzchen zu empfehlen. Damit spreche ich nicht gegen Regionalgeld. Auch dieses ist nicht von vornherein schlecht, sondern nur dann, wenn es ungerecht konstruiert wird. Letztlich ist es zwar ganz interessant, wie man eine Geldlüge nun in hochkomplexe Banksysteme einzubuchen hat - es ändert jedoch kaum etwas an der Tatsache, dass mit Zinsforderungen auf ausgeteilte Warengutscheine ebenso wie mit frei selbsterfundenen Warengutscheinen zukünftige Leistungen der vom Geldmonopol beherrschten Völker einfach nur ohne Gegenleistung einkassiert werden. Regionalgelder können ein solches Geldmonopol ebenso wie ein kleinbürgerliches Wechselsystem oder andere Selbsthilfen zum Ingangsetzen eines tributfreien Tauschhandels brechen, wenn man es richtig anstellt und genug unbeirrbare und unkäufliche Zeitgenossen um sich scharen kann.
Allein wird weder der Debitismus noch die Freigeldlehre etwas ausrichten können. Aber offenbar scheint das kaum jemanden zu stören. Lieber beißt man sich am nächstbesten Mitbürger fest, der nicht sofort zu jeder Formulierung ja und Amen sagt. Nachdem sich jemand für schwachsinnig oder ungebildet bezeichnen lassen musste, hat dieser Mensch vermutlich wesentlich weniger Lust, mit einem solchen Leidensgenossen noch gemeinsam eine Barrikade gegen die heranrollende nächste kapitalistige Welle (Enteignungen an bürgerlicher Freiheit, Rechten und Sparguthaben und sogar an Leben und Gesundheit) zu entwerfen. Das nützt in schöner Regelmäßigkeit den Wellenmachern. Die Fettschicht der Gesellschaft schwimmt ja doch immer oben und amüsiert sich prächtig über solche Idioten, die nun nebeneinander, aber noch lange nicht miteinander in den Fluten strampeln - oder auch im Hamsterrad.
Gefragt ist heute aber der zielorientierte Surfer, der die notorischen Spalter als stets vorhandene Teilkraft der Wellen erkennt und sie in seinen flotten Kurs in eine gerechtere Welt einzurechnen vermag. Geliebter Ballast in Form eigener Zinseinkünfte verwirrt leider oft den eigenen Kompass! Man erkenne also die verschiedenen zeitgleich wirkenden Abzockmodelle und schiebe ihnen allen einen Riegel vor! Kann eigentlich nicht so schwer sein! Wenn eine Wanne mit unserer Leistung zwei als offen erkannte Abflüsse hat (freche Geldkreierung und die Zinsfalle) - wem nützt da schon ein bis aufs Messer geführter Streit, welcher kriminelle Abfluss nun der wichtigere sei? Beide Löcher muss man endlich zumachen und Schluss ist! Kann man sich darauf nicht irgendwie einigen? Lebenstüchtigen Debitisten und Freiwirten würde ich das doch zutrauen wollen! Wer weiß - vielleicht wird das sogar einmal eine Frage der natürlichen Auslese? Dumm geboren werden wir ja alle. Aber wer hat immer noch nichts dazugelernt?
Genauso sehe ich im Streit Islam gegen Christentum nur wieder die selbe Masche, die alle Idioten wieder schön vom eigentlichen Thema der Selbstrettung ablenken soll. Und auch das klappt anscheinend wieder mal prächtig! Mit den Kopftüchern der Muslima wird man auch gleich die sich der Vermarktung der Frau entziehenden Nonnen los oder untersagt denen wenigstens das Unterrichten in Klosterschulen in ihrer Tracht. Und was gewinnen wir dabei? Bessere Schulen nicht wirklich. Aber eine makellose Einheitsmeinung, die uns die Welt so erklärt, wie es eben in der Zeitung steht. Und zwar in jeder Zeitung, die wenigstens ein paar tausend Leser täglich erreicht. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich endlich in allen möglichen Medien die kritischen Stimmen gegen bezahlte oder naive Spaltexperten durchsetzen. Für erste Protestanmeldungen und Einheitsbekundungen wird es vermutlich langsam Zeit! Das meinte wohl auch Hannes Wader mit seinem Lied »Es ist an der Zeit.«
Durch Zufall bekam ich soeben ein Buch von Robert Anton Wilson in die Hand. 2,95 Euro kosteten seine schon 1980 verfassten und nun (2008) in immerhin 12. Auflage bei Rowohlt verlegten Illuminati-Papiere. Zuerst dachte ich, das wäre irgend so ein esoterischer Mist. Aber schon nach wenigen Stichproben hätte ich auch einen höheren Preis akzeptiert. Dieser Autor schlug zum Beispiel ein sehr überzeugendes Gleichnis für die entgegengesetzt gepolten Konservativen und Revolutionäre vor.
Im Kapitel Dissoziation von Ideen 3 unterstellt er Kommunisten, brilliant die Fehler des Kapitalismus zu erkennen, jedoch die Fehler der totalitären Regimes zu übersehen. Den Konservativen billigt er eine brilliante Kritik jener Diktaturmodelle zu, wirft ihnen jedoch Blindheit bei den Systemfehlern des Kapitalismus vor. Und dann bittet er die Leser sinngemäß, sich ein oder zwei Alternativen zum realen Sozialismus und zum Monopol-Kapitalismus vorzustellen. Dabei solle man darauf achten, nicht einfach eine erträgliche Mischung aus beiden Modellen zu kochen. Bei Masern und Windpocken (ein scharfsinniger Vergleich übrigens!) würde die Kombination beider Infektionen schließlich auch nie die die beste Alternative ergeben, nicht wahr? Hier sollten wir eine Schweigeminute einlegen.
Die Pharmaindustrie benutzt uns Bürger jedoch leider gerade bei den neuen Kombi-Impfstoffen als Versuchskaninchen, um den Gegenbeweis zu erbringen. Was ich von solcher Wissenschaft halte, schrieb ich zum Thema Schweinegrippe auf.
R. A. Wilson erinnert uns Leser auch daran, dass um das Jahr 1979 die reichen Staaten der Erde
und lediglich einen hohen Stand der Technologie als gemeinsamen Nenner hatten. Die armen Staaten zur selben Zeit waren teilweise im Feudalismus, teilweise im Frühkapitalismus oder aber im Sozialismus [rote Khmer unter Pol Pot] bzw. Faschismus [Chile] angekommen, hatten jedoch durchweg einen niedrigen Technologiestandard gemeinsam. Und wieso sollte uns dann ausgerechnet ein bestimmtes Wirtschaftssystem aus dieser Auswahl helfen, die Not der Welt zu beseitigen? Zweifellos wird Ihnen jeder echte oder vermeintliche Angehörige einer Elite der eben beschriebenen Systeme genau das Primat der Entscheidung für die einzig wahre Ideologie inbrünstig glaubhaft machen wollen. Andererseits hat der liebe Gott auch Ihnen eine Großhirnrinde spendiert. Nutzen Sie diese gelegentlich auf eigene Verantwortung!
Übrigens gibt es bei auffallend radikalen Feindbildern auch einen medizinischen Aspekt, den man kennen sollte.
Mit freundlichen Grüßen und traditioneller Kopierfreiheit für diesen Text
Peter Spangenberg