
Hier beschriebene Neuerscheinungen sind eventuell schon ins Sortiment unseres Internet-Buchladens aufgenommen worden und können dann auch dort bestellt werden.
Wer Neuerscheinungen noch vor Einstellung in unseren Internetbuchladen bekommen möchte und wer warum auch immer lieber anders bestellen möchte, der kann uns seinen Wunsch über Telefon, ePost oder Brief mitteilen.
Tel.: 0 33 34 - 21 26 00
Fax: 0 33 34 - 21 20 59
ePost: psverlag@telta.de
Weitere Details nennt unsere Kontaktseite.
Wir arbeiten daran, Ihnen einen blitzschnellen Internet-Buchladen ohne potentiell gefährliche Scriptsprache zu erstellen. Um Sie nicht in Versuchung zu bringen, die Ausführung von aktiven Webseiten-Inhalten in Ihrem Browser zuzulassen, haben wir ja auch den Internetauftritt mit vertrauenswürdigerem und sauberem html-Code realisiert. Unser bisheriges System kommt ohne Javascript leider noch nicht aus. Als Notlösung für konsequente Ablehner aktiver Inhalte bieten wir ein einfaches zentrales Bestellformular an. Dort kann man zwar nicht wie in einem Shopsystem Einzel- und Endpreise, Transportkosten und Lieferfristen erfahren, aber wir erfahren wenigstens von Ihrem Interesse und können Ihnen ein verbindliches Angebot per ePost oder andere gewählte Antwortform zurücksenden.
letzte Änderung am 23.05.2010
Vorab entschuldige ich mich bei Erstlesern dieser Artikelsammlung für den etwas ruckhaften Einstieg in dieses Thema. Wer sich noch nie mit Kritik am heutigen Geldwesen befasst hat, der wird von dieser Internetseite wahrscheinlich nicht ganz dort abgeholt, wo er gerade steht. Für einen sanfteren Einstieg ins Thema Geld und Zins empfehle ich zunächst den Text Todesursache Zins von Norbert Marzahn. Von da an wird man sich vielleicht selbst durch das Internet oder durch die heiligen Schriften des Monotheismus wühlen - vielleicht auch bei uns ein paar Links für die eigene Weiterbildung nutzen. Für den ersten Schritt ist es nie zu spät, auch wenn späte Schritte vielleicht etwas mehr Krafteinsatz bis hin zu großen Sprüngen verlangen. Doch nun weiter für die bereits besser Vorbereiteten, die bereits eine ungefähre Vorstellung vom Wesen des Geldes haben:
Dr. Böttiger hat mit seinem 2010 in MaxNews publizierten Artikel Krise und Krieg ...r wieder mal ins Schwarze getroffen - und mich auf einige im Text genannte Quellen neugierig gemacht. Diesen Text über die Erforschung der Zykluswellen des Kapitalismus - von die Wellen von Nikolai Kondratief 1926 über Elliotwellen 1934 bis zur heute versuchten Klimarettungswelle - würde ich (mit seiner erhofften Zustimmung natürlich) gern genau hier einstellen. [Der Text steht inzwischen auch mit freundlicher Genehmigung des Autors auf diesem Server.] Zusammenfassend erklärte Dr. Böttiger, dass nach langer Ignorranz des Westens zum eigenen Systemfehler inzwischen auch EU-Staaten zahlungsunfähig und kreditunwürdig werden. Die reichsten Staaten wissen, dass die Pleitewelle auch zu ihnen kommen wird. Die theoretischen Grundlagen legten Kondratief und Elliot - zwei geachtete Wissenschaftler. Kondratief suchte im technischen Fortschritt, Elliot im psychologischen Herdenverhalten der Menschen die Ursache für zyklische Krisen des Kapitalismus. Die Krise selbst als Haken am Kapitalismus wurde seit den Beiden nie wieder kompetent in Frage gestellt. Zwar glaubten alle möglichen Gurus der reinen Volkswirtschaftslehre mit ihrem Fachwissen die Krise diesmal wieder einmal im Vorfeld abschaffen zu können. Wir sehen den Erfolg? Falls nicht, ist die Suche nach einem Sündenbock nur allzu menschlich. Entweder ist die Rationalisierung bis zum Niedergang der Löhne oder die zu Finanzblasen neigende Wettsucht der Menschen oder aber eine still und heimlich wirkende Interessengemeinschaft böser Absichten an den Krisen schuld.
Nach Dr. Böttiger haben die drei Lager - das Technologie-Investitions-, das Spekulations-Herdentrieblager und die sogenannten Verschwörungstheoretiker - alle auch ein wenig Recht. Der eigentliche Grund für die Wellenbewegung dürfte nach Dr. Böttiger jedoch in der Aufschuldung liegen. In einem derart verdorbenen Markt wird sich der Fitteste durchsetzen und am Ende alles besitzen, während alle Anderen dann nichts mehr haben. Gewaltausbrüche der Unzufriedenen sind zwangsläufig einzuplanen. Dr. Böttiger erklärt kurz noch die Strategie der Marxisten als die unter Führung der Soziologen-Avantgarde des Finanzkapitals durchgezogene, aber als Revolution der Arbeiterklasse getarnte Zwischenphase vor einem neuen Zyklus. Ich meine, dass spätestens das heutige Russland bewiesen hat, wie realistisch diese Annahme sein könnte.
Über verschiedene im Text näher erklärte Zwischenstufen wurde aus umlaufendem Edelmetall (Münzen) bald ein Edelmetall-Gutschein, ein Gutschein auf irgendwelche Waren und Leistungen, ein staatlich garantierter Steuergutschein und eine virtuelle Menge von Ziffern auf Kontoauszügen. Die Geldmenge wuchs seitdem in den Himmel. Der Glaube (an die Einlösbarkeit aller Gutscheine) kam da nicht ganz mit. Alle zittern daher vor dem Moment, wo jemand fordert: Ich will sehen!
Weiter geht Dr. Böttiger auf das Entstehen des Geldes ein. Eine Bank teilt in einem Moment reinster Nächstenliebe einen finanziellen Nullwert in einen Betrag +X und -X ein. Das +X ist mit Unterschrift unter einem Kreditvertrag die nun offene Bankforderung, das -X die entstandene Kredit-Schuld. Und weil das so anstrengend und auch noch rsikant war, genehmigt sich die Bank im Ratenzahlungsplan noch eine kleine Entschädigung für den erlittenen Konsumverzicht, denn wir glauben doch sicher, dass diese Bank den Betrag -X auch selbst hätte im Laden ausgeben dürfen, nicht wahr? [Gelegenheit zur Denkpause] Mit der Kreditrückzahlung verschwindet +X und -X wieder. Das ist ärgerlich, denn dann fehlt -X als Schmiermittel des Handels. Also braucht die Bank den nächsten Esel. Und sie wird ihn bis kurz vor Systemabsturz auch bekommen.
Dieses schneeballartige System der Falschgeldproduktion treibt immer kuriosere Blüten bis hin zu Wertpapieren, welche uneinbringbare Forderungen bündeln, rückversichern und hinterrückversichern. Das funktioniert, solange der Wachstumsglaube noch über jeden Zweifel erhaben ist. Aber kein Glaube ist - Gesundheit vorausgesetzt - unerschütterlich, wenn die Bestätigung dauerhaft ausbleibt. Da bei der Aufteilung von Null in + und - der Zinsbetrag nicht miterzeugt wird, fehlt mit zunehmender Verstrickung der Welt in solche Zinsgeschäfte ein immer größerer Betrag. Dieser Betrag verlangt das ständige Senken von Arbeitseinkommen und die ständige Anhebung von Kapitaldienst, bis unter dem Hungerlohn der Konsum einbricht und die Geldberge nur noch in virtuellen Blasen über unseren Köpfen dahinschweben. Eine kleine Banken-Elite von obersten Falschmünzern (oder was ist das Aufteilen von Null Eigenkapital in +X und -X sonst) kann durch das Erklären neuer Spielregeln willkürlich und ohne Rechenschaftspflicht Beträge von +X oder - X oder beiden zugleich als Interbankengeld und außerreguläre Schuldentilgung ins System einspeisen. Allein die USA registrierte 2009 laut Dr. Böttiger und seinen im Text genannten Quellen über 500 Milliarden Dollar solcher außerordentlichen Gelderzeugung.
Damit wird der Tag des Zusammenbruches des Schneeballsystems sogar etwas steuerbar. Wir werden sehen, zu welchen außerordentlichen Entlastungen der Werktätigen die Finanzelite künftig mental in der Lage ist. Zur Zeit diskutiert sie über ihre hauptamtlichen Hofnarren weltweit eher den ALG2-Missbrauch und schärfere Kontrollen sowie Kürzungen der Almosenzahlungen. Eine beliebte Methode der Eliten ist auch, die Unzufriedenheit zusammen mit den Unzufriedenen in Krisengebiete abzuschieben. Dort werden überzählige Fresser aus dem Bestand genommen und einige besonders dienstbare Kriegerfürsten ausgezeichnet. Die zum wirklichen Teilen ihrer Beute unfähigen Nimmersatte der Welt beauftragen solche edlen Krieger mit der Verwüstung ganzer Kontinente. Die Sieger bekommen den Auftrag für die nächste Staatsgründung und den Sold für die benötigten Werbekampagnen und Kriegermassen bis zum Aufbau sich selbst finanzierender Steuererpresungssysteme. Danach kann das Wirtschaftswunder besorgen, was es ja immer getan hat: Es wird wieder einen herrlichen Zyklus lang um das goldene Kalb getanzt werden, bis der Rausch nachlässt. Das war in etwa Dr. Böttigers Text, gelesen durch meine Brille. Das Original können Sie jetzt auch hier oder bei spatzseite.com lesen.
Max hat jedoch mit seinem MaxNews-Text Der Wert von Gold im selben Rundbrief möglicherweise nicht die ganze Erde, sondern nur einen Fokus auf Europa im Auge gehabt. Im PS VERLAG erschien 2007 das Buch: [Heinz-Wilhelm Kempgen: Zur Geldgeschichte des Staates Qin]. Hier - im Reich der Mitte - wurde Geld erstmals in Münzen geprägt und auch per Steuergesetze als Tauschmittel durchgedrückt. Die Fei Lun Theorie des fliegenden Rades (ein in privaten Heftchen in Tauschvorgängen registriertes Verrechnungssystem des gegenseitigen Anschreibens) ist mir sehr sympathisch, jedoch finde ich außer einem MaxNews-Text (und unzählige Kopien davon im Netz) dazu keine anderen dieses Tauschsystem belegende Quellen. Die massenhaften Münzfunde in China und die Historikerbewertungen der Funde, welche im oben genannten Buch mit historischen Ereignissen zu einem Kriminalroman der Geldgeschichte aufgenaut werden, scheinen mir doch zu belegen, dass Münzen mehr als nur Auszeichnungen für Krieger waren.
Es gab sogar spezielle Münzen für die Nutzung in eroberten Gebieten, die nach Aussage des am selben Thema forschenden und bei der Herausgabe dieses Qin-Buches mitbeteiligten Autors Geralf Thieme wie das von der Wehrmacht in Umlauf gebrachte Besatzungsgeld unter Militäraufsicht eingeführt wurden. Die Kaiser von China mussten sich solche zusätzlichen Münzmengen nicht erst bei Banken als zinsbelastete Neuverschuldung borgen, sondern ließen auf Befehl die eingeplanten Münzen prägen und kursieren. Das Volk hatte gegen diese zwangsweise eingeführte Währung Arbeitsleistungen zu erbringen, Korn und Geflügel abzuliefern, Ware zu tauschen. Für Verweigerer hat sich das System überzeugend harte Strafen einfallen lassen. Strafen prägten überhaupt die chinesische Staatsverwaltung.
Wenn ich nicht irre, ist auch in Deutschland die Annahme von offiziellen Zahlungsmitteln verpflichtend geregelt. Oder darf ich ein Auto oder andere Waren im Laden anbieten und aufs Preisschild schreiben, dass ich nur Edelmetalle akzeptiere? Eine hochentwickelte, in Geldtheorie geschulte chinesische Bürokratie plante erstaunlich lange voraus mit ihren Bewässerungsprojekten, Militäraktionen und Geldmodellen. Die Geschichte zeigte den Aufstieg des Qin-Systems. Diese Münzen nur als Medaillen aufzufassen greift damnach zu kurz. Und also gab es in China - was ja auch auf dieser Welt liegt - bereits Geld vor dem europäischen Mittelalter. Das kann man in www.psverlag.de/buch/qin gern nachlesen. Mit ein paar Sätzen wird dort auch auf die vermutlich auch Sie überraschende Haarfarbe des Volkes Qin und seine Herkunft eingegangen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Der zweite Tel des Max-Textes blieb nach meinem (auch nicht unfehlbaren) Urteil bei den Fakten. Hier wird die Geisteskrankheit des Geldwahns - im Prinzip eine Entgleisung des im Hirn gelegenen Schaltknotens Nucleus accumbens (Belohnungszentrum) - beschrieben, welche - wie andere Suchtmittel - zur verstärkten Dopaminfreisetzung und damit zur veränderten Wahrnehmung der Welt führt. Prioritäten werden bei Ratten, denen man dieses Zentrum zur Dopaminausschüttung elektrisch reizte - mit tödlichen Konsequenzen falsch gesetzt. Diese Ratten durften zwischen zwei Hebeln wählen, welche Futter und einen Stromimpuls anzubieten hatten. Nach kurzem Ausprobieren entschieden sich alle Tiere nur noch für den Elektrohebel und verhungerten - auf maximalem Dopaminpegel. Kurzes Glück sozusagen! Wie wir von Alkoholikern und Drogensüchtigen wissen, ist das Säugetier Mensch auch nicht viel besser konstruiert und fällt ebenso leicht auf die Manipulation des eigentlich sinnvollen Belohnungszentrums im Gehirn herein. Manipuliert wird elektrisch, chemisch, aber auch psychologisch durch geförderte Eitelkeiten und Privilegien. Hauptsache, der Nucleus accumbens lässt Dopamin fließen. Wir sind alle von Versuchungen umgeben. Das christliche Glaubensbekenntnis wusste sich vielleicht ganz realitätsnah nur mit einer ziemlich radikalen Lösung zu behelfen: Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen! Die schwache Stelle im Menschen war somit bereits erkannt. Genau wie beim Alkohol kann der Mensch sich auch bei Geld nicht unbeschadet an immer größere Mengen gewöhnen. Geld ist neben Macht und Prestige demnach ein vollwertiges Suchtmittel. Und viele Süchtige scheinen das mit ihrem über Leichen gehenden Lebenswandel (die eigene Leiche inbegriffen) und ihrer nach und nach verschwindenden sozialen Kompetenz geradezu täglich beweisen zu wollen. Der Dopamin-Trip dieser Geldkranken zieht sich als Blutspur durch die Geschichte und hat ganze Clans damit beschäftigt, sich gegenseitig oder gar innerhalb der eigenen Gruppe auszurotten. Ob solche Exzesse der Arterhaltung oder gar der Verbreitung eigener Gene dienen, möchte ich bezweifeln. Inzwischen sind sogar ganze Massen der Mittelschicht in den Wahn verfallen, ihre Ersparnisse lieber nicht an benachbarte Handwerker und Warenproduzenten, Lehrer und Ingenieure auszugeben, sondern sich mit virtuellen Zahlenkolonnen auf Kontoauszügen und Fondsabrechnungen den nächsten Dopaminschuss zu setzen. Selbst ein Beinahe-Crash wie die geplatzte Dot-Com-Blase 1999 und die Europa würgende Bankenkrise von 2008 kann solche Glücksritter nicht heilen. Geht das Zocken schief, dann bleibt schweren Fällen im Entzugsstress nur noch der Selbstmord. Ich habe einen Fall beschrieben, der auch in den Nachrichten kurz erwähnt wurde.
Die ARD Mediathek hält einen Videoclip Der ganz normale Wahnsinn aus horizonte Sendung vom: 16.01.10 | 16:30 Uhr bereit. Darin erklärt ein Nervenarzt, dass wir eigentlich die Falschen behandeln und unser Problem die "Gesunden" sind, welche zocken, rasen, mogeln und unversteuertes Geld bei der Mafia "in Sicherheit bringen" wollen. Bei Brennstoff fand ich eine sehr gelungene Darstellung der Krankheit des Bankoholismus mit allen vorkommenden Phasen und Verhaltenskuriositäten. Der Vergleich der Geldsucht mit dem Thema Alkohol wird Sie wahrscheinlich auch verblüffen - in jeder einzelnen Phase! Mir fielen auf Anhieb ganz typische Prachtexemplare zu jeder Phase ein. Das sollte man gelesen haben und weitersagen!
Die im Text Hüte dich vor dem Psychopathen, mein Sohn von Clinton Callahan im selben MaxNews-Rundbrief beschriebene pessimistische Sicht unserer Zukunft möchte ich so nicht teilen. Auch wenn unsere Eliten seit jeher von Psychopathen dominiert wurden, so ist ein jedes Modell, welches aus solchen kranken Hirnen entsprang, zwangsläufig ebenfalls ein krankes - ein schlecht organisiertes Verbrechen sozusagen. Das sehen wir im Kleinen, wenn lokale Autoritäten im Schutze des örtlichen Filzes jede Bodenhaftung verlieren und früher oder später im Allmachtswahn einfach zu dumme Fehler begehen und zu Fall kommen. Auch Anwälten kam mitunter jedes Unrechtsbewusstsein abhanden, wie der (tiefe) Fall des RA Freiherr von Gravenreuth belegt. Da die Kranken in den höheren Etagen der Gesellschaft auch nicht wesentlich intelligenter in ihrem Wahn handeln, erzielen sie auch keine wesentlich besseren Ergebnisse als der lokale Filz und stolpern über genauso offensichtlich bereitliegende Fallstricke. Es ist einfach schon immer die Aufgabe der Gesellschaft gewesen, bei Strafe ihres Unterganges den Psychopathen das Ausleben ihrer kranken Phantasie auszutreiben und gesündere Eliten anzuerkennen. Herausragende Heiler einer kranken Gesellschaft nennt man Propheten.
Überschuss von Neurotransmittern im Gehirn kann innerhalb weniger Minuten zum Untergang betroffener Nervenzellen und Hirnareale führen. Beim Neurotransmitter Glutamat ist dies bereits dokumentiert. In epileptischen Anfällen etwa schütten Nervenzellen zuviel von diesem Stoff aus und fluten so ganze Hirnareale. Je nach Stärke und Ort der Entgleisung werden verschiedene Hirnareale mehr oder weniger spürbar geschädigt. Das steht in der Physiologie-Bibel der Medizinstudenten Schmidt·Thews·Lang: Die Physiologie des Menschen, 28. Auflage! S. 164 in Spalte 2 im 3. Absatz. Weil hochdosiertes Glutamat als Geschmacksverstärker oder in etwas unreinerer Form als Hefeextrakt benannt mit Kopfweh bei dafür empfindlichen Menschen auffällt und so in die Diskussion seiner medizinischen Risiken geriet, wirbt inzwischen ein renomierter deutscher Suppenkonzentrathersteller mit ersten glutamatfreien Produkten (bei denen allerdings eine ausreichende Portion Hefeextrakt das Glutamat in allen seinen Nebenwirkungen angemessen vertreten darf). In Wikipedia haben die Freunde der Geschmacksverstärker das Sagen, ähnlich wie bei Auszugsmehl und 11. September.
Ob Dopaminüberschuss selbst (Dopamin ist ebenfalls ein Neurotransmitter) oder nur die auf diesen Überschuss hinwirkende Drogeneinnahme zu Persönlichkeitsabbau und partieller Gehirndegeneration führt, wird wohl noch geklärt werden müssen. Mir und anderen scheint jedoch aufzufallen, dass Leute mit krankhaft auffälliger Geldsucht unbehandelt ihre Symptome sozialer Verwahrlosung stets verschärfen und sich die interaktiven Probleme mit ihrem Umfeld ebenfalls vergrößern. Einst integere Menschen wie der einstige Eberswalder Bürgermeister Schulz können in unfassbaren Größenwahn verfallen und dadurch selbstschädigend und völlig unnötig mit Gesetzen in Konflikt geraten. Künstler können am zu schnellen Aufstieg scheitern. Im Märchen hat ein König sich in seiner Prunksucht sogar neue Kleider schneidern lassen und wurde splitternackt vom Volk ausgelacht. Sind Sparfüchse, welche mit Eigenkapital und Krediten am globalen Lotteriespiel teilnahmen und eine fette Niete zogen, etwa besser dran? Die meisten Nieten liegen übrigens noch in der Lostrommel. Eine fortgeschrittene Verblödung erleichtert jedoch die Fortsetzung des alten Spiels. Gesunde verweigern nämlich nach einigen Fehlversuchen ihre Teilnahme. Dies könnte ein Indiz für tatsächlich geschädigte Hirnareale und Persönlichkeitsabbau durch ein übererregtes Belohnungszentrum im Hirn sein. So werte ich jedenfalls die neuesten Forderungen des Politikers Koch, welcher nach härteren Sanktionen gegen faule Arbeitslose ruft. Die Unbeschäftigten werden sich natürlich dem Zwang beugen und zuerst für die Hälfte, später für umsonst schuften und so den Lohnmarkt ganz zu Fall bringen. Einen Geisteskranken wird das kaum beeindrucken. Ob die aus 1-Euro-Jobs oder gar reinem Ehrenamt erzielbaren Steuern, Sozialversicherungsbeiträge oder sonstigen Abgaben allerdings ausreichen, um einem Herrn Koch dauerhaft Diäten eines hauptamtlich angestellten Bundestagsmitgliedes (MdB) anbieten zu können, möchte ich bezweifeln. Vielleicht fragt er besser gleich heute nach einem Umschulungsangebot bei seinem zuständigen Arbeitsberater? Oder er regiert künftig ehrenamtlich und lebt dann von ALG3. Oder er jobt nebenbei als Haushaltshilfe bei Herrn Ackermann.
Als genauer Ort der Schädigung nach überstrapaziertem Belohnungszentrum durch nicht artgerechte Reizung bietet sich geradezu die Amygdala, der Mandelkern an, auch wenn die Hirnforschung da noch keine allzu klaren Aussagen für die Allgemeinheit verkündet und eventuell auch andere Hirnareale für genau die beschriebenen Funktionsstörungen verantwortlich sein könnten. Beschädigt man den Mandelkern bei Affen, dann läuft auch deren Sozialverhalten aus dem Ruder. Mandelkernfreie Affen sind sexuell hyperaktiv stimuliert, aber leider nicht mehr gesellschaftsfähig, also verhaltensgestört mit verringerter Überlebenschance als Ausgestoßener in freier Wildbahn. Ihre emotionale Auswertung ist gestört. Entscheidungen fallen dementsprechend weniger sozial kompetent aus. Solche Affen tappen sozial so ziemlich in jedes Fettnäpfchen und werden zu Kommunikations-Volltrotteln. Elefanten im Porzellanladen! Ärger ist vorprogrammiert, wo immer diese Affen auftauchen. Wie sich das auf die Paarungschancen auswirkt, können wir uns sicher lebhaft vorstellen. Die nicht! Fallen Ihnen da nicht auch menschliche Pendants ein? Männer, die sich in Schönheitsstudios und Edel-Schneidereien aufpolieren lassen und trotz kaum zu übersehender Zugehörigkeit zur Einkommenselite und sprachtechnischer Brillianz Sex nur noch als Ware bekommen können - und oft auch nur kaufen wollen?
Bei Patienten, die am Urbach-Wiethe-Syndrom - einer erst vor wenigen Jahren beschriebenen, genetisch bedingten Krankheit - leiden, verkalken bestimmte Gefäße innerhalb der Amygdala. Dabei verschwindet das Gefühl für Gut und Böse sowie das Gespür für Wichtiges und Unwichtiges. Die Kranken ignorieren Kernpunkte einer Debatte und beißen sich an zufällig ausgewählten Belanglosigkeiten fest, weil ihnen der normalerweise vorhandene Gefühlssinn dafür fehlt, was von der Aussage des Anderen sich zu merken lohnt. Erinnert uns die bei Affen ohne Amygdala beobachtete Meidung enger Sozialkontakte eventuell an die Single-Lebensweise: Immer auf der Suche, aber trotzdem mit nur gelegentlichem und kurzzeitigem Kontakt zum anderen Geschlecht und dazu oft kinderlos? Vielleicht sprach Mephisto auch von des Pudels Mandelkern, als er den Dr. Faust seinerzeit in Versuchung führte?
Vielleicht haben Sie zukünftig doch besser ein Auge auf diese Problematik? Für erfolgreiche Kooperation und Arbeitsteilung ist ein heiler Mandelkern vielleicht schon die halbe Miete! Darin wohnt sozusagen Ihre Seele. Die obdachlos gewordene Seele mancher Zeitgenossen jagt leider lieber wie von Sinnen dem versprochenen Glück in Tüten (dem schnellen Geld) hinterher. Von einer erfolgreichen Mandelkerntransplantation oder -reparatur ist mir noch nichts bekannt. Ihnen etwa? Also schützen Sie Ihr bestes Stück! Und trainieren Sie die höheren Hirnregionen im unteren Bereich vom Frontallappen des Großhirns, welche dem Sozialverhalten teilweise gegen die ursprünglichen Programme von Belohnungszentrum und Amygdala komplexere Strategien aufzwingen können. Dazu gehört das Aufschieben von Belohnungen (Investitionen in die Zukunft) ebenso wie das Abbrechen von Sparvorhaben, um existenzwichtige Ausgaben vor dem besiegelten Untergang der Familie bestreiten zu können. Lernen Sie, sich zu kontrollieren!
In der Bibel ist deshalb von ständigem Abfall der Menschen von einer vernünftigen Religion mit breitem Volksnutzen hin zu einem eher dem Priester-Krieger-Bündnis dienenden Kult die Rede. Ohne hin und wieder auftretende Propheten gäbe es das Volk Israel, das Christentum und auch den Islam heute vermutlich nicht. Aber einige Völker und Kulturen haben die immer wieder erstarkenden Psychopathen erfolgreich über Jahrtausende hinweg immer wieder neu abgeschüttelt, statt sich im Wahn der gewissenlosen, sozial inkompetenten Eliten auslöschen zu lassen. Ich denke, auch heute werden sich wenigstens einige Völker erfolgreich befreien, sobald der Leidensdruck ausreicht. Ob unser deutsches Volk zu diesen Glückspilzen gehören wird, werden wir vielleicht noch erleben. 1989 war möglicherweise ein guter Anfang für das, was vor uns liegt. Wem das Motiv, nicht zu den kranken Eliten gehören zu wollen, noch nicht ganz einleuchtet, der kann sich in einer 2. Chance noch nach dem Prinzip der Dummheit erkundigen.
Wer noch tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich die Spieltheorie. Am besten beginnt man ganz vorn bei http://tobiasthelen.de/ipd/gesamt.html und kommt dann bei http://tobiasthelen.de/ipd/gesamt.html#ipd langsam aber sicher zur Überzeugung, dass einige uralte Sprüche durchaus Sinn enthalten. Ehrlich währt am längsten. Was Du nicht willst, das Dir man tu, das füg auch keinem andern zu. Wie man in den Wald hineinruft ... usw. - das ist das Völkergedächtnis, das die möglichen Varianten der Spieltheorie längst in der Praxis ausgetestet und verinnerlicht hat. Erst im Rausch des Dopamin-Überschusses vergessen Menschen diese alten Weisheiten und sind offensichtlich nicht einmal in der Lage, wenigstens noch aus fremden Fehlern zu lernen. Nun war und ist der Intelligenzquotient ein wesentlicher Auslesefaktor, den nicht einmal das Recht der 1. Nacht einiger Psychopathen oder die Prostitution für alte Geldsäcke übertrumphen konnte. Die Natur wird wie immer eine Lösung finden. Und wir werden irgendwann begreifen, ob wir Teil der Lösung oder Teil des Problems waren.
Ein weiteres gutes Buch zum Thema schrieb Martin Korte: Wie Kinder heute lernen · Was die Wissenschaft über das kindliche Gehirn weiß · Das Handbuch für den Schulerfolg. Auch dieser Autor widmet weite Bereiche des Buches den Hirnstrukturen und -funktionen. Einige Vokabeln und Zusammenhänge werden sie gleich wiedererkennen! Da kann man nur hoffen, dass nach Verbreitung dieses Wissens immer mehr Kinder aus der im Schulsystem mit eingebauten Bankoholikerkarriere ausscheren werden, ohne deshalb gleich das Gegen-Extrem der bildungsfernen Kleinkriminalität anzusteuern.
Peter Spangenberg